eZigaretten: Gesund?

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„Gesund rauchen, ohne süchtig zu sein“, „bares Geld sparen“ oder „Rauchen im NichtraucherInnenbereich“ – mit Slogans wie diesen wird für E-Zigaretten geworben. Für viele RaucherInnen, scheint ein Traum in Erfüllung zu gehen. Gibt es den unbedenklichen Rauchgenuss wirklich? Wir haben bei Dr. Gerhard Köberl, einem niedergelassenen Lungenfacharzt, nachgefragt:

  • „Rauchen Sie gesund …“ ist einer der Slogans, der für die E-Zigarette wirbt. Was sagen Sie dazu?

    Die krebserregenden Stoffe entstehen in der Glutzone der Zigarette, die circa 900 Grad heiß ist, das fällt bei der E-Zigarette weg. Es gibt aber deswegen kein „gesundes Rauchen“. E-Zigaretten rauchen ist zwar unbedenklicher, aber das Problem ist, dass man sich die Gewohnheit nicht abgewöhnt – die Sucht bleibt erhalten. Das Suchtpotential von Nikotin ist vergleichbar mit dem von Heroin. Für die Lunge ist es zwar besser, man raucht E-Zigaretten als andere. Das ist aber weder ein Idealzustand noch empfehlenswert. Doch bevor jemand das Rauchen nie aufgibt, ist die E-Zigarette aus Sicht eines Lungenfacharztes die bessere Alternative zur herkömmlichen Zigarette. Es ist zwar Nikotin drin, aber das ist nicht das, was aus lungenfachärztlicher Sicht problematisch ist. Uns beschäftigt vor allem der Verbrennungsvorgang, dabei entsteht Kohlenmonoxid und das verdrängt den Sauerstoff im Körper.
  • Wie wirkt sich Nikotinkonsum auf den heranwachsenden Körper Jugendlicher aus?

    Es rauchen erschreckend viele Jugendliche. Das hat eklatant zugenommen und ist wirklich besorgniserregend. Leider haben viele Jugendliche ein schwach ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein. Es ist um ein Vielfaches problematischer und schädlicher, wenn ein junger Mensch regelmäßig raucht, bevor die Lunge ausgereift ist.
  • Was halten Sie vom österreichischen Tabakgesetz?

    Es ist eine Katastrophe. Es muss das Ziel sein, ein absolutes Rauchverbot in der Öffentlickeit zu erwirken. Das funktioniert bereits in Italien, Spanien und in Irland – alles Länder, in denen Tabakkonsum passioniert betrieben wurde. Österreich ist bei der Umsetzung des NichtraucherInnenschutzes auf dem letzten Platz. Da stecken sehr wahrscheinlich auch finanzielle Interessen dahinter. Wer süchtig wird, raucht oft ein ganzes Leben lang, zahlt Steuern und kommt dann womöglich nicht einmal in den Genuss einer Pension, denn RaucherInnen sterben bis zu 10 Jahre vor ihrer Zeit.